B041 Vorschlag M107
"Ich meine gerade auf diesem Sektor ist viel Potenzial drin, um zu sparen z.B.
Die gesamte Beleuchtung um 100% am Tage im Sommer ausschalten.
Alle Lampen ,Ampelanlagen mit LED ausstatten, Werbesäulen ausschalten. Ampelanlagen nach 23:00Uhr ausschalten. Große Hinweistafeln, deren Beleuchtung im Sommer ausschalten. Im Rathaus mit der Energie sparsamer umgehen. Mehr Bewegungsmelder für Lampen einsetzen, die sich erst dann einschalten, wenn sie gebraucht werden."
ähnliche Bürgervorschläge: B037, B229
Beratung im: Bau- und Verkehrsausschuss | Beratung am: 09.06.11 | Vorlagennummer: 0693/2011/6A
"Transparente Wegweisungen (so genannte Überkopfbeschilderung) werden nur nachts beleuchtet. Zukünftig werden sie gegen hoch reflektierende Metallwegweisungen ausgetauscht.
Die Werbesäulen werden nicht von der Stadt Essen betrieben und somit hat die Stadt Essen keinen Einfluss auf die Intensität des Beleuchtungseinsatzes. Im Stadtgebiet werden z. Z. zu 90% Natriumdampf - Hochdruckentladungslampen verwendet, die einen guten bis sehr guten Wirkungsgrad haben. Zu einem geringen Anteil werden LED-Lampen bislang in Bodeneinbauleuchten eingesetzt, wobei hier keine Beleuchtungsaufgaben zu erfüllen sind.
Bei den vielen Herstellern, die LED-Leuchten verkaufen, ist zu beachten, dass diese keine Erfahrungen im Bau von Leuchten haben. Bei den Lebensdauerangaben zu den LED-Lampen muss man beachten, dass dieses Laborwerte sind. Für gesicherte Daten ist mit einer Wartezeit von 5 - 10 Jahren zu rechnen. Bei einer angegebenen Lebensdauer der LED von ca. 15 Jahren kommen nach heutigem Preisstand erhebliche Kosten für den Austausch der LED-Lampen zustande. Dieses muss bei einer Wirtschaftlichkeitsberechnung berücksichtigt werden, wenn von einer Leuchtenlebensdauer von ca. 20 - 30 Jahren ausgegangen wird. Die Natriumdampf - Hochdruckentladungslampen haben eine Lebensdauer von 4 Jahren, welche mit dem vorgeschriebenen Kontrolltermin von 4 Jahren zusammen kommt. Das heißt, dass auch bei einer LED-Lampe alle 4 Jahre jede Leuchte angefahren werden muss, um die Technik zu überprüfen und zu reinigen.
Um eine vorhandene Leuchte durch eine andere Leuchte zu ersetzen, muss das geforderte Beleuchtungsniveau der DIN erreicht werden. Vor dem Einsatz einer neuen Leuchte wird mit einer lichttechnischen Berechnung geprüft, ob die neue Leuchte die erforderlichen Werte erreicht und die vorhandenen Maststandorte beibehalten werden können, sonst sind neue Mastabstände zu wählen, welches zu hohen Kosten bei der Stadt Essen und den Anwohnern führt.
Die Straßenbeleuchtung dient dem rechtzeitigen Erkennen von anderen Verkehrsteilnehmern, des Straßenverlaufes, von Gefahrenstellen und dem Sicherheitsempfinden der Anwohner. Zudem sind Fußgänger meist dunkel gekleidet und in unbeleuchteten Straßen sehr spät zu erkennen, so dass der Anhalteweg der Verkehrsteilnehmer ggf. nicht mehr ausreichen kann. Daher kann die Beleuchtung im Sommer während der Nachtstunden nicht ganz abgeschaltet werden.
Seit dem Jahr 2002 wird das Rathaus bereits kontinuierlich unter dem Gesichtspunkt der Energieeinsparung mit Energiesparleuchten und T5 Langfeldleuchten ausgerüstet. Die Büroräume, die Flure, die Technikräume sowie die Treppenhäuser des Verwaltungsturmes sind bereits umgerüstet. Die Umrüstung der Dunkelzonen und der WC-Räume sowie der Eingangshalle ist ab 2011 geplant. Die Leuchten in den Büroräumen haben zusätzlich Lichtsensoren, die die Beleuchtungsstärke dem Umgebungslicht anpassen und bei genügend starkem Licht die Leuchten sogar abschalten. Weiterhin wird die Beleuchtung in der Zeit, wenn niemand mehr im Hause arbeitet, zentral von der Leitzentrale abgeschaltet, bzw. bedarfsweise reduziert. Aus Sicherheitsgründen ist der Einsatz von Bewegungsmeldern in den Toilettenräumen und in den Dunkelzonen nicht praktikabel, da eine ausreichende Mindestbeleuchtung gewährleistet sein muss, um Unfälle zu vermeiden. Dies kann mit einer Schaltung des Lichtes mittels Bewegungsmeldern nicht sichergestellt werden, da nach Ablauf einer voreingestellten Zeit das Licht zumindest kurzfristig in dem Raum vollständig abgeschaltet wird. Zudem ist es sehr unangenehm, wenn bei längerem Aufenthalt auf den Toiletten aufgrund der zu dieser Zeit logischen mangelnden Bewegung auf dem WC plötzlich das Licht ausgeht.
Der Einsatz von Bewegungsmeldern ist in der Straßenbeleuchtung in den meisten Fällen technisch nicht möglich. Da bei der Stadt Essen zu 90% Hochdrucklampen verwendet werden, benötigt dieser Lampentyp nach dem Ausschalten eine Abkühlzeit von einigen Minuten und braucht ein paar Minuten nach dem Einschalten, um auf die maximale Helligkeit zu kommen. In der Nacht wird bereits an mehreren Standorten eine Dimmung für mehrere Stunden vorgenommen. Der Wechsel auf eine andere Lampentechnik ist zum jetzigen Zeitpunkt zu teuer, effektiver ist hier der Einsatz von Nachtabsenkungen.
Der zuständige Fachbereich ist schon seit Jahren dabei, die Straßenbeleuchtungsanlage energieeffizient zu betreiben und zu errichten. In der Vergangenheit sind alle Gasleuchten durch elektrische Leuchten, die Quecksilberdampflampen fast alle durch Natrium Hochdrucklampen und die großen runden Großflächenleuchten mit 3 Lampen durch 2 Leuchten mit je einer Lampe ersetzt worden. Zurzeit werden die alten Pilzleuchten durch energieeffiziente Leuchten getauscht und weitere 3-fach Leuchtenanordnungen durch 2-fach Anordnungen ersetzt. Bei Erneuerungen und Neuanlagen werden meist lichttechnischen Berechnungen zur Optimierung durchgeführt. In den letzten 9 Monaten konnte bereits eine Energieeinsparung von ca. 100.000 W erreicht werden.
Unabhängig davon werden wir die Entwicklung der LED-Lampe weiter beobachten und, wenn der Einsatz wirtschaftlich vertretbar ist, diese Technik auch anwenden.
Der Einsatz von LED-Signalgebern an Lichtsignalanlagen ist sinnvoll, da die LED-Signalgeber einen wesentlich geringeren Stromverbrauch als Glühlampen und gleichzeitig eine viel höhere Lebensdauer haben.
Das große finanzielle Einsparpotential durch den Einsatz von LED-Signalgebern an Lichtsignalanlagen aufgrund des wesentlich geringeren Stromverbrauches als auch durch den Wegfall des halbjährlichen Glühlampenwechsels wurde bei der Stadt Essen bereits frühzeitig erkannt und im Vergleich zu anderen Städten sehr konsequent umgesetzt.
Neue, bzw. zu ersetzende Lichtsignalanlagen werden in Essen nur noch mit 40V LED-Technik ausgestattet und die Fußgängersignalgeber haben nur noch eine Rotkammer. An Lichtsignalanlagen, die noch mit 230V Glühlampen, aber schon mit neuerer Steuergerätetechnik betrieben wurden, wurden in den letzten Jahren die 230V Glühlampen durch 230V LED-Signalgeber ersetzt und ebenfalls auf die 2. Rotkammer verzichtet. Im März dieses Jahres wurden die letzten Lichtsignalanlagen dieser Konstellation auf 230V LED-Technik umgerüstet.
Weiteres Vorgehen
1. Transparente Wegweisungen (hinterleuchtete Schilder) werden nur nachts beleuchtet. In den letzten Jahren wurden diese Wegweiser, bis auf die Schilderbrücken (sog. Überkopfbeschilderung), durch Blechschilder ersetzt. Die transparenten Wegweiser an den sechs vorhandenen Schilderbrücken werden erst erneuert, wenn die Schilder sanierungsbedürftig sind, da der Aufwand hierfür im krassen Missverhältnis zu der erzielten Energieeinsparung steht.
2. Straßenbeleuchtung
Der zuständige Fachbereich ist schon seit Jahren dabei, die Straßenbeleuchtungsanlagen energieeffizient zu betreiben und zu errichten. Unabhängig davon wird die Entwicklung der LED - Lampe weiter beobachtet und, wenn der Einsatz wirtschaftlich vertretbar ist, diese Technik auch eingeführt (siehe auch M 107).
3. Lichtsignalanlagen
Neue bzw. zu ersetzende Lichtsignalanlagen werden in Essen nur noch mit 40V LED-Technik ausgestattet und die Fußgängersignalgeber haben nur noch eine Rotkammer. An Lichtsignalanlagen, die noch mit 230V Glühlampen, aber schon mit neuerer Steuergerätetechnik betrieben wurden, wurden in den Letzten Jahren die 230V Glühlampen durch 230V LED-Signalgeber ersetzt und ebenfalls auf die 2. Rotkammer verzichtet. Im März dieses Jahres wurden die letzten Lichtsignalanlagen dieser Konstellation auf 230V LED-Technik umgerüstet.
Durch den Einsatz der 40V LED-Technik wird eine Reduzierung der Leistungsaufnahme im Vergleich zur bisherigen Glühlampe von ca. 93% erreicht.
Dem entspechend erfolgt auch eine Einsparung bei den Energiekosten. Durch den wesentlich geringeren Ernergieverbrauch wird des Weiteren auch eine große Reduzierung der CO2-Emissionen erzielt."
politischer Beschluss:
Der Bau- und Verkehrsausschuss empfiehlt die Berücksichtigung der Bürgervorschläge entsprechend dem dargestellten Ergebnis.
Wurde dem Bürgervorschlag zugestimmt? Teilweise ja
